Montag, 5. Juni 2017

Rezension zu "Nach der Party" von A. Beatrice Disclafani


Autor: A. Beatrice Disclafani
Erscheinungsdatum: 25.04.2017
Verlag: C. Bertelsmann
Seiten: 400 Seiten
Preis: 19,99 € (Gebundene Ausgabe)

KLAPPENTEXT

Texas in den 1950er Jahren: Joan Fortier ist das Epizentrum der Welt der Schönen und Reichen von Houston. Groß, blond, atemberaubend schön und unabhängig, zieht sie alle Blicke auf sich. Jeder Mann scheint sich nach ihr zu verzehren, jede Frau ihr nachzueifern. Texas ist in diesen Tagen eine starr geordnete Welt. Das Geld sprudelt hier wie das Öl aus den Fördertürmen, aber Freiheit, Macht und Einfluss haben nur die Männer. Was aber, wenn eine Frau sich aus der Norm bewegt? Und wie wirkt sich das auf ihre beste Freundin aus? Cece Buchanan ist Joans Freundin seit Kindertagen. Sie hat sich der glamourösen Freundin verschrieben, mit Haut und Haaren. Früh verwaist, sehnt Cece sich nach Zuneigung und Anerkennung und lebt als Ehefrau und Mutter die Rolle, die Frauen in dieser Welt zugestanden wird. Doch in ihrer Verschworenheit mit Joan wird sie deren Komplizin und Zeugin ihrer Eskapaden, die bis an den Rand der Selbstzerstörung gehen. Bis Cece eine Entscheidung treffen muss mit Folgen für sie beide ….
CHARAKTERE

Cece ist die Protagonistin in diesem Buch und die Geschichte wird aus ihrer Sichtweise erzählt. Sie erzählt zwischen dem Jahre 1950 und 1958. Cecilia war im Großen und Ganzen eine sehr sympathische Protagonistin, die ich oft aber nicht verstanden habe. Ich habe ihre Abhängigkeit von Joan nicht verstanden. Ständig stand sie an erster Stelle und sie hätte fast ihre Familie für sie geopfert. Joan und Cece sind beste Freundinnen, fast wie Schwestern, aber diese "Liebe" zu Joan war schon fast übertrieben und man hat ganz deutlich gemerkt, dass Joan sie nicht erwidert. Ich kann es verstehen, dass man an einer Person festhält, mit der man aufgewachsen ist. Cece klammert sich viel zu lange an das alte Ich von Joan und irgendwann hat mich das genervt. Besonders am Anfang der Geschichte fand ich das ziemlich nervig. Trotzdem hat Cece viele gute Eigenschaften, die ich wirklich an ihr sympathisch fand. Sie liebt ihren Sohn Thommy über alles und man hat ganz deutlich gemerkt, dass sie eine gute Mutter ist. Mir hat das Ende sehr gefallen und ich fand es toll, dass Cece ihr eigenes Leben aufgenommen hat und nicht mehr abhängig war von Joan.

Joan wird im ganzen Buch als die Schöne, Lebendige beschrieben, die von allen bewundert wird. Trotzdem wird sie von jedem für ihr Verhalten verurteilt. Ich konnte es nicht verstehen, wie die Menschen in Texas sie bewundern konnten für ihre Lebensweise, für ihr Aussehen und es trotzdem verwerflich fanden. Ständig wurde über sie gelästert und nur Cece war ihre richtige Freundin, die sie verteidigt hat. Auch sie fand Joans Verhalten manchmal mehr als unangemessen, aber trotzdem hat sie nicht aufgehört ihre Freundin zu sein. Bis zum Ende des Buches wurde mir Joan nicht sympathisch, da sie meiner Meinung nach Cece ausgenutzt hat. Sie hat von der Freundschaft profitiert, Cece hätte ihr alles gegeben, aber Joan nie etwas zurück. Joan hat nach ihrem eigenen Willen gelebt und hat sich nicht von der Gesellschaft des damaligen Texas unter Druck setzen lassen. Ich fand das persönlich sehr bewundernswert, weil man gesehen hat, dass es nicht viele gab, die sich nicht nach dem Schulabschluss einen Mann gesucht haben, mit dem sie in ein Haus ziehen und ein Baby zeugen konnten. Joan war im ganzen Buch ein Wildfang und nur am Ende konnte man sie richtig verstehen. Ich fand ihre Geschichte schrecklich und am Ende konnte ich ihre Verhaltensweisen verstehen. Ich hätte niemals gedacht, dass sie sowas erlebt hat.


MEINE MEINUNG

Man merkt in diesem Buch ganz deutlich unter welchen Druck die Frauen damals standen. Sie mussten heiraten, ein Kind kriegen und an gesellschaftlichen Events teilnehmen. Die Frauen konnten nicht tun, worauf sie Lust hatten. Schnell galt ihr Verhalten als unangemessen, wenn sie sich nicht den gesellschaftlichen Konventionen fügten. Man konnte den Unterschied deutlich sehen. Cece, die sich den gesellschaftlichen Konventionen gebeugt hat und Joan, deren Verhalten als verwerflich gehalten wurde. Ich fand es interessant mitzuerleben wie Cece versucht hat Joans Verhalten zu hinterfragen und ihren Lügen auf die Spur kam. Ich hätte das Ende niemals so erwartet und das hat mir am Buch sehr gut gefallen. Die Charaktere fand ich zeitweise ziemlich anstrengend und besonders Cece mochte ich am Anfang des Buches nicht. Es ist auf jeden Fall ein Buch, bei dem man überlegen muss und das die damalige Gesellschaft, meiner Meinung nach, sehr gut beschreibt.


BEWERTUNG

✰✰✰,5/✰✰✰✰✰





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